Venengesundheit
Wenn die Beine schwer werden
Am Abend fühlen sich die Beine schwer und müde an, die Knöchel sind geschwollen, die Schuhe drücken, und nachts meldet sich die Wade mit einem Krampf: Viele Menschen kennen diese Beschwerden und halten sie für eine harmlose Begleiterscheinung eines langen Tages. Oft stecken dahinter aber erste Zeichen einer Venenschwäche. Die gute Nachricht: Mit ein wenig Wissen und einigen einfachen Gewohnheiten lässt sich viel für gesunde Venen tun. In der gesund plus Apotheke beraten wir Sie dazu ausführlich.
Wie die Venen arbeiten
Die Venen transportieren das Blut aus dem Körper zurück zum Herzen. In den Beinen müssen sie dabei gegen die Schwerkraft arbeiten. Zwei Mechanismen helfen ihnen: Die Venenklappen wirken wie Ventile und verhindern, dass das Blut zurück in die Beine sackt, und die Muskelpumpe der Waden presst die Venen bei jedem Schritt zusammen und schiebt das Blut nach oben. Lassen die Venenklappen nach oder kommt die Muskelpumpe zu wenig zum Einsatz – etwa bei langem Sitzen oder Stehen –, staut sich das Blut in den Beinen. Die Folgen spüren Sie als Schweregefühl und sehen sie als Schwellung, später möglicherweise als Besenreiser oder Krampfadern.
Wer besonders gefährdet ist
Eine Venenschwäche ist häufig erblich mitbedingt: Wenn schon Eltern oder Großeltern Krampfadern hatten, ist das eigene Risiko höher. Weitere Faktoren sind Berufe mit viel Stehen oder Sitzen, Bewegungsmangel, Übergewicht, zunehmendes Alter und hormonelle Einflüsse. Frauen sind häufiger betroffen als Männer, und in der Schwangerschaft werden die Venen besonders gefordert. Auch Wärme belastet die Venen, weil sie sich dabei weiten – deshalb sind die Beschwerden im Sommer oft stärker.
Was Sie selbst tun können
Für gesunde Venen gilt eine einfache Merkregel: Laufen und Liegen ist besser als Sitzen und Stehen. Konkret heißt das:
- Bewegen Sie sich: Gehen, Radfahren, Schwimmen und Wandern aktivieren die Muskelpumpe der Waden. Schon regelmäßige Spaziergänge helfen.
- Venengymnastik im Alltag: Wippen Sie im Sitzen mehrmals am Tag mit den Füßen, ziehen Sie die Zehen abwechselnd an und strecken Sie sie, kreisen Sie die Füße. Das geht auch im Büro, im Auto an der Ampel oder im Flugzeug.
- Beine hochlegen: Legen Sie abends die Beine für eine Weile hoch, am besten etwas höher als das Herz.
- Kälte statt Hitze: Kalte Güsse über die Beine, vom Fuß aufwärts, wirken erfrischend und straffen die Venen. Lange heiße Bäder, ausgiebige Sonnenbäder und sehr heiße Saunagänge belasten sie dagegen.
- Bequeme Schuhe und Kleidung: Flache Schuhe fördern die Muskelpumpe, einschnürende Kleidung behindert den Blutfluss.
- Normalgewicht anstreben: Jedes Kilo weniger entlastet die Venen.
Kompressionstherapie
Die wichtigste Behandlung bei einer Venenschwäche ist die Kompression. Medizinische Kompressionsstrümpfe üben von außen einen definierten Druck auf das Bein aus, der vom Knöchel nach oben hin abnimmt. Dadurch werden die Venen verengt, die Venenklappen schließen wieder besser, und das Blut fließt leichter zum Herzen zurück. Schwellungen gehen zurück, und das Schweregefühl lässt nach.
Kompressionsstrümpfe gibt es in verschiedenen Kompressionsklassen, als Wadenstrumpf, Schenkelstrumpf oder Strumpfhose und in vielen Farben, sodass sie sich heute kaum noch von normalen Strümpfen unterscheiden. Damit ein Strumpf wirkt und sich gut tragen lässt, muss er genau passen. Angemessen wird deshalb am besten am Morgen, wenn die Beine noch nicht geschwollen sind. Bei einer ärztlichen Verordnung übernimmt die gesetzliche Krankenkasse die Kosten für die Versorgung abzüglich der gesetzlichen Zuzahlung. Wir beraten Sie gern zu Ihrer Versorgung, zu praktischen Anziehhilfen und zur richtigen Pflege, denn regelmäßiges Waschen erhält die Elastizität des Gewebes. Mehr zum Thema finden Sie auf unserer Themenseite Kompressionstherapie.
Venenmittel aus der Apotheke
Zusätzlich zur Kompression können Arzneimittel die Beschwerden lindern. Bewährt haben sich pflanzliche Präparate, etwa mit Extrakten aus Rosskastaniensamen oder rotem Weinlaub, die zur Linderung von Schweregefühl und Schwellungen bei chronischer Venenschwäche eingesetzt werden. Kühlende Gele sorgen besonders an warmen Tagen für spürbare Erleichterung. Welches Mittel für Sie infrage kommt und wie lange Sie es anwenden sollten, besprechen wir gern mit Ihnen. Venenmittel ersetzen die Kompressionstherapie nicht, sie ergänzen sie.
Warnzeichen, die Sie ernst nehmen sollten
Bei einer Venenthrombose bildet sich ein Blutgerinnsel in einer Vene. Typische Anzeichen sind eine plötzliche, meist einseitige Schwellung des Beines, Schmerzen oder ein Spannungsgefühl in der Wade, eine Überwärmung und eine bläuliche oder rötliche Verfärbung der Haut. Lassen Sie solche Beschwerden umgehend ärztlich abklären. Kommen Atemnot, Schmerzen in der Brust oder Herzrasen hinzu, wählen Sie sofort den Notruf 112, denn dann besteht der Verdacht auf eine Lungenembolie.
Auch Hautveränderungen an den Unterschenkeln, etwa bräunliche Verfärbungen, Verhärtungen oder schlecht heilende Wunden, gehören in ärztliche Behandlung.
Reisen ohne schwere Beine
Lange Flüge, Bus- und Autofahrten belasten die Venen. Stehen Sie, wenn möglich, regelmäßig auf, machen Sie im Sitzen Fußgymnastik, trinken Sie ausreichend und verzichten Sie auf Alkohol. Wer ein erhöhtes Thromboserisiko hat, sollte vor einer längeren Reise ärztlich klären, ob Reisestrümpfe oder weitere Maßnahmen sinnvoll sind. Sprechen Sie uns an – in der Apotheke am Sterndamm 31 oder unter 030 46998899.
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