Diabetes
Gut leben mit Diabetes
In Deutschland leben mehrere Millionen Menschen mit Diabetes mellitus, und jedes Jahr kommen viele neue Diagnosen hinzu. Bei der Zuckerkrankheit ist der Blutzuckerspiegel dauerhaft erhöht, weil der Körper das Hormon Insulin nicht mehr ausreichend bildet oder weil es nicht mehr richtig wirkt. Unbehandelt kann ein hoher Blutzucker auf Dauer Blutgefäße und Nerven schädigen, mit Folgen für Augen, Nieren, Herz und Füße. Mit einer guten Behandlung und etwas Wissen lässt sich mit Diabetes aber gut leben. Als Apotheke begleiten wir Sie dabei: mit Hilfsmitteln für die Messung, Produkten zur Pflege und vor allem mit Beratung.
Die wichtigsten Formen
- Typ-1-Diabetes ist eine Autoimmunerkrankung, bei der die insulinbildenden Zellen der Bauchspeicheldrüse zerstört werden. Er beginnt häufig im Kindes- oder Jugendalter, und Betroffene sind von Anfang an auf Insulin angewiesen.
- Typ-2-Diabetes ist die mit Abstand häufigste Form. Er entwickelt sich meist schleichend; Übergewicht, Bewegungsmangel und erbliche Veranlagung spielen eine wichtige Rolle. Behandelt wird er mit Lebensstiländerungen, Tabletten und gegebenenfalls Insulin oder anderen Spritzen.
- Schwangerschaftsdiabetes tritt erstmals in der Schwangerschaft auf und wird im Rahmen der Vorsorge mit einem Zuckertest erkannt.
Warnzeichen für einen erhöhten Blutzucker sind starker Durst, häufiges Wasserlassen, Müdigkeit, Juckreiz und schlecht heilende Wunden. Wer solche Anzeichen bemerkt, sollte seinen Blutzucker ärztlich überprüfen lassen.
Richtig messen
Wer seinen Blutzucker selbst misst, sieht, wie Essen, Bewegung und Medikamente wirken, und kann Unterzuckerungen rechtzeitig erkennen. Damit die Werte stimmen, kommt es auf die richtige Technik an:
- Waschen Sie sich die Hände mit warmem Wasser und trocknen Sie sie gut ab. Zuckerreste an den Fingern, etwa nach dem Obstschälen, verfälschen das Ergebnis.
- Stechen Sie seitlich in die Fingerkuppe, nicht in die Mitte; dort ist es weniger schmerzhaft. Wechseln Sie die Finger ab.
- Drücken oder quetschen Sie den Finger nicht stark, sonst wird der Blutstropfen mit Gewebeflüssigkeit verdünnt.
- Verwenden Sie nur Teststreifen, die zu Ihrem Gerät passen und deren Haltbarkeit nicht abgelaufen ist, und lagern Sie sie wie angegeben.
- Notieren Sie Ihre Werte oder nutzen Sie die Speicherfunktion Ihres Geräts, damit Sie sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt besprechen können.
Gern überprüfen wir mit Ihnen, ob Ihr Messgerät richtig misst, und zeigen Ihnen die Handhabung von Messgeräten und Insulinpens.
Unterzuckerung erkennen und handeln
Wer Insulin oder bestimmte Tabletten anwendet, kann in eine Unterzuckerung geraten, etwa nach einer ausgelassenen Mahlzeit, ungewohnter Bewegung oder Alkohol. Typische Zeichen sind Zittern, Schwitzen, Herzklopfen, Heißhunger, Unruhe, Konzentrationsstörungen und Verwirrtheit. Nehmen Sie dann sofort schnell wirksame Kohlenhydrate zu sich, zum Beispiel Traubenzucker oder ein Glas Fruchtsaft, und messen Sie nach einiger Zeit erneut. Tragen Sie immer Traubenzucker bei sich. Angehörige sollten wissen, was im Notfall zu tun ist; bei Bewusstlosigkeit wählen sie den Notruf 112 und geben nichts zu essen oder zu trinken.
Füße im Blick
Ein lange erhöhter Blutzucker kann die Nerven in den Füßen schädigen, sodass kleine Verletzungen nicht mehr gespürt werden. Gleichzeitig heilen Wunden schlechter. Sehen Sie sich Ihre Füße deshalb täglich an, gegebenenfalls mit einem Spiegel. Waschen Sie sie in lauwarmem Wasser, prüfen Sie die Temperatur vorher mit dem Thermometer oder dem Ellenbogen und trocknen Sie die Zwischenräume der Zehen gut ab. Pflegen Sie trockene Haut mit einer geeigneten Creme, verwenden Sie keine spitzen Scheren oder Hornhauthobel und tragen Sie bequeme, gut sitzende Schuhe. Eine medizinische Fußpflege übernimmt die Nagel- und Hornhautpflege fachgerecht. Zeigen Sie jede Wunde, Rötung oder Blase am Fuß zeitnah Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Unterwegs mit Diabetes
Auf Reisen gehören Insulin, Messgerät, Teststreifen und ausreichend Vorrat ins Handgepäck, denn im Frachtraum eines Flugzeugs kann Insulin gefrieren. Schützen Sie Insulin vor Hitze und direkter Sonne, zum Beispiel mit einer Kühltasche. Für Flugreisen empfiehlt sich eine ärztliche Bescheinigung über die mitgeführten Arzneimittel und Hilfsmittel. Bei Zeitverschiebung sprechen Sie die Anpassung Ihrer Insulingaben vorher mit Ihrem Diabetes-Team ab.
Wenn Sie krank werden
Fieber und Infekte können den Blutzucker in die Höhe treiben, Erbrechen und Durchfall ihn dagegen absinken lassen. Messen Sie in solchen Situationen häufiger, trinken Sie ausreichend und setzen Sie Ihre Medikamente nicht eigenmächtig ab. Besprechen Sie am besten schon vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, was Sie an Krankheitstagen tun sollen. Auch bei rezeptfreien Arzneimitteln lohnt ein Blick auf den Zuckergehalt, etwa bei Hustensäften und Lutschtabletten.
Unsere Diabetiker-Beratung
Wir unterstützen Sie bei der Blutzuckermessung, erklären Ihnen Ihre Medikamente und helfen bei Fragen rund um Ernährung, Fußpflege und Reisen. Mehr dazu lesen Sie auf der Seite Diabetiker Beratung. Messgeräte, Teststreifen und Zubehör halten wir für Sie bereit oder bestellen sie kurzfristig. Sie erreichen uns in der Apotheke am Sterndamm 31 oder telefonisch unter 030 46998899.