Diabetiker Beratung
Gut begleitet mit Diabetes
Diabetes mellitus gehört zu den häufigsten chronischen Erkrankungen in Deutschland. Wer die Diagnose erhält, muss vieles neu lernen: Blutzucker messen, Medikamente richtig einnehmen oder Insulin spritzen, Mahlzeiten und Bewegung einplanen, Unterzuckerungen erkennen. Im Alltag tauchen dann immer wieder neue Fragen auf. Als Apotheke in Ihrer Nähe sind wir für viele dieser Fragen eine schnelle Anlaufstelle – ohne Termin und mit viel Erfahrung. In unserer Diabetiker-Beratung unterstützen wir Sie dabei, Ihre Therapie sicher und möglichst entspannt in den Alltag zu integrieren.
Die verschiedenen Formen
Beim Typ-1-Diabetes stellt die Bauchspeicheldrüse kein Insulin mehr her; Betroffene sind von Beginn an auf Insulin angewiesen. Der Typ-2-Diabetes ist mit Abstand die häufigere Form. Hier wirkt das Insulin schlechter, und mit der Zeit lässt oft auch die Insulinproduktion nach. Ernährung, Bewegung und eine Gewichtsabnahme spielen bei Typ-2-Diabetes eine große Rolle, häufig ergänzt durch Tabletten, andere blutzuckersenkende Medikamente oder Insulin. Während der Schwangerschaft kann zudem ein Schwangerschaftsdiabetes auftreten, der sorgfältig behandelt werden muss.
Blutzucker richtig messen
Zuverlässige Messwerte sind die Grundlage jeder Therapieentscheidung. Wir erklären Ihnen Ihr Messgerät und gehen die Messung gemeinsam mit Ihnen durch. Einige Tipps aus der Praxis:
- Waschen Sie vor der Messung die Hände mit warmem Wasser und trocknen Sie sie gut ab. Reste von Obst oder Creme an den Fingern können die Werte verfälschen.
- Stechen Sie seitlich in die Fingerkuppe, nicht in die Mitte, und wechseln Sie die Finger.
- Drücken Sie den Finger nicht stark aus, sonst mischt sich Gewebeflüssigkeit unter das Blut.
- Bewahren Sie die Teststreifen in der Originaldose auf und achten Sie auf das Verfallsdatum.
- Mit einer Kontrolllösung lässt sich prüfen, ob Gerät und Streifen korrekt messen.
Für viele Menschen mit Insulintherapie kommen heute auch Systeme zur kontinuierlichen Glukosemessung infrage, die den Zuckerwert über einen Sensor an der Haut erfassen. Ob ein solches System für Sie geeignet ist, entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrem Diabetes-Team.
Insulin: lagern und spritzen
Insulin ist empfindlich. Vorräte werden im Kühlschrank bei 2 bis 8 Grad Celsius gelagert, aber niemals eingefroren. Ein angebrochener Pen kann bei Raumtemperatur eine begrenzte Zeit verwendet werden – wie lange genau, steht in der Packungsbeilage. Schützen Sie Insulin vor Hitze und direkter Sonne, im Sommer also nicht im Auto liegen lassen.
Beim Spritzen ist es wichtig, die Einstichstellen regelmäßig zu wechseln. Wird immer an derselben Stelle gespritzt, können sich Verhärtungen im Unterhautfettgewebe bilden, aus denen das Insulin unzuverlässig aufgenommen wird. Verwenden Sie für jede Injektion eine neue Pen-Nadel. Wir zeigen Ihnen gern die richtige Technik und beraten Sie zu Pen-Nadeln in verschiedenen Längen und zur sicheren Entsorgung gebrauchter Nadeln.
Unterzuckerung erkennen und handeln
Bei Menschen, die Insulin oder bestimmte blutzuckersenkende Tabletten einnehmen, kann der Blutzucker zu stark absinken. Typische Anzeichen sind Zittern, Schwitzen, Herzklopfen, Heißhunger, innere Unruhe, Konzentrationsstörungen und Verwirrtheit. Nehmen Sie dann sofort schnell wirksame Kohlenhydrate zu sich, zum Beispiel Traubenzucker oder einen Fruchtsaft, und messen Sie nach etwa einer Viertelstunde erneut. Tragen Sie immer etwas Traubenzucker bei sich und informieren Sie Angehörige, Kolleginnen und Kollegen darüber, was im Notfall zu tun ist. Bei Bewusstlosigkeit wird der Notruf 112 gewählt; Betroffenen darf dann nichts eingeflößt werden.
Gesunde Füße
Ein über Jahre erhöhter Blutzucker kann Nerven und Blutgefäße schädigen. Viele Menschen mit Diabetes spüren deshalb Verletzungen an den Füßen schlechter, und Wunden heilen langsamer. Sehen Sie sich Ihre Füße täglich an, gern mit Hilfe eines Spiegels, und achten Sie auf Druckstellen, Rötungen oder kleine Wunden. Prüfen Sie die Temperatur des Wassers für ein Fußbad mit dem Thermometer statt mit dem Fuß, verwenden Sie keine scharfen Werkzeuge an der Hornhaut und tragen Sie bequeme, gut sitzende Schuhe. Für eine sichere Pflege eignen sich Produkte mit Urea. Eine medizinische Fußpflege bei einer Podologin oder einem Podologen kann bei einem diabetischen Fußsyndrom ärztlich verordnet werden.
Wechselwirkungen im Blick
Viele Menschen mit Diabetes nehmen weitere Arzneimittel ein, etwa gegen Bluthochdruck oder erhöhte Blutfette. Einige Medikamente beeinflussen den Blutzucker, zum Beispiel Kortison, das ihn erhöhen kann, andere können die Warnzeichen einer Unterzuckerung abschwächen. Mit unserer Kundenkarte und im Rahmen unseres Medikationsmanagements behalten wir Ihre gesamte Medikation im Blick.
Wir sind für Sie da
Ob Sie gerade erst mit Ihrer Therapie beginnen oder schon seit vielen Jahren mit Diabetes leben: Sprechen Sie uns an. Produkte rund um die Diabetesversorgung finden Sie in unserer Kategorie Diabetes und Informationen auf unserer Themenseite Diabetes. Zur Ernährung beraten wir Sie im Rahmen unserer Ernährungsberatung. Sie erreichen uns in der Apotheke am Sterndamm 31 oder unter 030 46998899.
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