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Diabetes

Diabetes

Gut eingestellt im Alltag

Mit Diabetes gut zu leben heißt, die eigenen Werte zu kennen, die Medikamente richtig anzuwenden und Folgeerkrankungen vorzubeugen. In unserer Diabetiker-Beratung unterstützen wir Sie dabei Schritt für Schritt.

Der HbA1c-Wert: das Blutzuckergedächtnis

Während eine Blutzuckermessung nur eine Momentaufnahme liefert, zeigt der HbA1c-Wert, wie hoch der Blutzucker im Durchschnitt der vergangenen etwa acht bis zwölf Wochen war. Er gibt an, wie viel Prozent des roten Blutfarbstoffs mit Zucker verbunden sind. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt legt gemeinsam mit Ihnen einen persönlichen Zielwert fest, der unter anderem von Ihrem Alter, Ihren Begleiterkrankungen und dem Risiko für Unterzuckerungen abhängt. Notieren Sie Ihre Werte, etwa im Gesundheitspass Diabetes, damit Sie die Entwicklung im Blick behalten.

Folgeerkrankungen vorbeugen

Ein dauerhaft erhöhter Blutzucker schädigt auf Dauer die großen und kleinen Blutgefäße und die Nerven. Mit regelmäßigen Untersuchungen lassen sich Veränderungen früh erkennen:

  • Augen: Lassen Sie den Augenhintergrund regelmäßig in einer Augenarztpraxis untersuchen, auch wenn Sie gut sehen.
  • Nieren: Eine Urinuntersuchung auf Eiweiß und die Bestimmung der Nierenwerte im Blut zeigen, ob die Nieren belastet sind.
  • Füße: Neben Ihrer täglichen Selbstkontrolle sollten die Füße mindestens einmal im Jahr ärztlich untersucht werden, inklusive Prüfung des Empfindens.
  • Herz und Gefäße: Blutdruck und Blutfette sind bei Diabetes besonders wichtig, denn sie erhöhen gemeinsam das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall.
  • Zähne: Diabetes und Entzündungen des Zahnfleisches beeinflussen sich gegenseitig. Gehen Sie regelmäßig zur Zahnärztin oder zum Zahnarzt.

Gesetzliche Krankenkassen bieten für Menschen mit Diabetes strukturierte Behandlungsprogramme an, die solche Untersuchungen regelmäßig vorsehen. Fragen Sie in Ihrer Hausarztpraxis danach.

Ihre Medikamente richtig anwenden

Zur Behandlung des Typ-2-Diabetes gibt es heute viele verschiedene Wirkstoffe. Metformin ist häufig das erste Medikament; es wird zu den Mahlzeiten eingenommen, um Magen-Darm-Beschwerden zu verringern. Andere Wirkstoffe sorgen dafür, dass mehr Zucker mit dem Urin ausgeschieden wird; hier ist ausreichendes Trinken und eine gute Intimhygiene wichtig. Wieder andere werden gespritzt und verzögern unter anderem die Magenentleerung, was anfangs zu Übelkeit führen kann. Manche Tabletten können Unterzuckerungen auslösen. Lassen Sie sich von uns erklären, wie Ihre Medikamente wirken, wann Sie sie einnehmen und worauf Sie achten müssen, und nehmen Sie keine weiteren Präparate, auch keine rezeptfreien, ohne Rücksprache ein.

Insulin: aufbewahren und spritzen

Ungeöffnetes Insulin gehört in den Kühlschrank bei zwei bis acht Grad, aber nicht ins Gefrierfach und nicht direkt an die Kühlschrankwand; gefrorenes Insulin ist unbrauchbar. Der Pen, den Sie gerade verwenden, kann in der Regel bis zu vier Wochen bei Raumtemperatur aufbewahrt werden; die genaue Dauer steht in der Packungsbeilage. Schützen Sie Insulin vor Hitze und direkter Sonne. Verwenden Sie für jede Injektion eine neue Pen-Nadel und wechseln Sie die Einstichstellen innerhalb einer Körperregion regelmäßig. Wird immer an dieselbe Stelle gespritzt, können sich Verhärtungen im Unterhautfettgewebe bilden, aus denen das Insulin unzuverlässig aufgenommen wird. Trübe Insuline müssen vor der Anwendung durch Schwenken gleichmäßig gemischt werden.

Alkohol, Sport und Autofahren

Alkohol hemmt die Zuckerbildung in der Leber und kann, besonders bei Insulin oder bestimmten Tabletten, noch Stunden später zu einer Unterzuckerung führen. Trinken Sie, wenn überhaupt, in Maßen und nur zum Essen, und messen Sie vor dem Schlafengehen. Auch Sport senkt den Blutzucker; planen Sie gegebenenfalls zusätzliche Kohlenhydrate ein und haben Sie Traubenzucker dabei. Wer Insulin oder Medikamente anwendet, die Unterzuckerungen auslösen können, sollte vor Fahrtantritt den Blutzucker messen und im Auto immer schnell wirksame Kohlenhydrate griffbereit haben.

Essen mit Diabetes

Eine spezielle Diabetes-Diät gibt es heute nicht mehr. Empfohlen wird eine ausgewogene Ernährung, wie sie auch für Menschen ohne Diabetes gesund ist: viel Gemüse, Hülsenfrüchte und Vollkornprodukte, die den Blutzucker langsam ansteigen lassen, maßvoll Obst, wenig Zucker und Weißmehl und eher pflanzliche Fette. Süße Getränke wie Limonaden und Säfte lassen den Blutzucker besonders schnell ansteigen und sind deshalb ungünstig; im Notfall einer Unterzuckerung sind sie dagegen genau richtig. Wer Insulin spritzt, lernt in einer Diabetesschulung, Kohlenhydrate einzuschätzen und die Dosis daran anzupassen. Spezielle Diabetikerprodukte sind nicht nötig.

Diabetes vorbeugen

Ein Typ-2-Diabetes entwickelt sich meist über Jahre. In dieser Vorstufe lässt er sich oft noch aufhalten: Eine Gewichtsabnahme bei Übergewicht, regelmäßige Bewegung und eine ballaststoffreiche Ernährung mit wenig Zucker senken das Risiko deutlich. Wer Übergewicht hat, wenig Sport treibt oder Eltern oder Geschwister mit Typ-2-Diabetes hat, sollte seinen Blutzucker regelmäßig ärztlich kontrollieren lassen.

Wir begleiten Sie

In unserer Diabetiker-Beratung erklären wir Ihnen die Blutzuckermessung, die Handhabung Ihres Pens und Ihre Medikamente, prüfen Ihre Medikation auf Wechselwirkungen und beraten Sie zur Fußpflege. Weitere Informationen und Hilfsmittel finden Sie in unserer Kategorie Diabetes.

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