Medikationsmanagement
Den Überblick behalten
Mit den Jahren kommen oft Medikamente zusammen: eines gegen den Bluthochdruck, eines für den Magen, eines gegen das Cholesterin, dazu ein Mittel gegen die Gelenkschmerzen, ein Präparat für den Schlaf und vielleicht noch Vitamine, die die Nachbarin empfohlen hat. Jedes einzelne Mittel mag sinnvoll sein – zusammen ergeben sie ein Geflecht, das selbst für Fachleute nicht immer leicht zu überblicken ist. Unser Medikationsmanagement hilft Ihnen, dieses Geflecht zu entwirren, damit Ihre Arzneimittel gut wirken und so wenig Nebenwirkungen wie möglich verursachen.
Warum viele Medikamente besondere Aufmerksamkeit brauchen
Fachleute sprechen von Polymedikation, wenn jemand dauerhaft fünf oder mehr Arzneimittel einnimmt. Das betrifft vor allem ältere Menschen und Menschen mit mehreren chronischen Erkrankungen. Mit der Zahl der Medikamente steigt das Risiko, dass
- sich Arzneimittel gegenseitig in ihrer Wirkung beeinflussen,
- derselbe Wirkstoff unter verschiedenen Namen doppelt eingenommen wird,
- ein Medikament zum falschen Zeitpunkt, zu einer ungünstigen Mahlzeit oder in falscher Dosierung eingenommen wird,
- die Nebenwirkung eines Mittels für eine neue Erkrankung gehalten und mit einem weiteren Medikament behandelt wird.
Bei älteren Menschen kommt hinzu, dass sich die Verarbeitung von Arzneimitteln im Körper verändert. Manche Wirkstoffe, die in jüngeren Jahren gut vertragen wurden, gelten im Alter als weniger geeignet, etwa weil sie die Sturzgefahr erhöhen oder die Konzentration beeinträchtigen.
So läuft eine Medikationsberatung ab
1. Alles auf den Tisch: Bringen Sie zu einem vereinbarten Termin alle Arzneimittel mit, die Sie anwenden, am besten in einer Tüte – Tabletten, Tropfen, Sprays, Salben, Pflaster, Inhalatoren und Spritzen, die verordneten ebenso wie die selbst gekauften, dazu Nahrungsergänzungsmittel und pflanzliche Präparate. Bringen Sie auch Ihren Medikationsplan und Arztbriefe mit, falls vorhanden.
2. Gemeinsame Bestandsaufnahme: Wir gehen jedes Mittel mit Ihnen durch: Wofür nehmen Sie es? Wann und wie nehmen Sie es? Haben Sie Beschwerden, die vielleicht mit einem Arzneimittel zusammenhängen? Gibt es Mittel, die Sie gar nicht mehr nehmen, oder Probleme bei der Anwendung?
3. Fachliche Prüfung: Wir prüfen Ihre gesamte Medikation auf Wechselwirkungen, Doppelungen, ungeeignete Dosierungen und Einnahmezeitpunkte.
4. Ergebnis und Rücksprache: Was sich in der Apotheke klären lässt, besprechen wir direkt mit Ihnen. Wenn wir eine Änderung der Therapie für sinnvoll halten, sprechen wir – mit Ihrem Einverständnis – mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, denn über Ihre Therapie entscheidet die ärztliche Seite. Am Ende erhalten Sie eine übersichtliche Aufstellung Ihrer Medikation.
Versicherte, die dauerhaft fünf oder mehr Arzneimittel anwenden, haben unter bestimmten Voraussetzungen Anspruch auf eine erweiterte Medikationsberatung in der Apotheke als Leistung der gesetzlichen Krankenkasse. Sprechen Sie uns darauf an.
Der Medikationsplan
Wer dauerhaft mindestens drei verordnete, im ganzen Körper wirkende Arzneimittel anwendet, hat Anspruch auf einen bundeseinheitlichen Medikationsplan. Er enthält alle Medikamente mit Wirkstoff, Stärke, Dosierung und Einnahmehinweisen und trägt einen Code, über den Praxen und Apotheken ihn einlesen und aktualisieren können. Tragen Sie Ihren Plan immer bei sich – im Notfall, im Krankenhaus oder bei einer neuen Ärztin ist er Gold wert. Wir tragen auf Wunsch auch die Präparate ein, die Sie ohne Rezept bei uns kaufen.
Kleine Hilfen mit großer Wirkung
- Wochendosierer helfen, die Tabletten für eine ganze Woche vorzubereiten, und zeigen auf einen Blick, ob eine Einnahme vergessen wurde.
- Tablettenteiler sorgen für gleichmäßige Hälften – aber Vorsicht: Nicht jede Tablette darf geteilt werden. Manche haben einen Überzug, der den Wirkstoff erst im Darm freisetzt, andere geben ihn über viele Stunden verteilt ab. Fragen Sie uns, bevor Sie eine Tablette teilen oder zerkleinern.
- Erinnerungen per Wecker, Kalender oder App können helfen, regelmäßige Einnahmen nicht zu vergessen.
- Großdruck-Einnahmepläne erleichtern die Übersicht, wenn die Augen nachlassen.
Richtig inhalieren
Bei Asthma und COPD ist die richtige Inhalationstechnik entscheidend, damit der Wirkstoff tief genug in die Lunge gelangt. Fehler sind häufig: zu schnelles oder zu langsames Einatmen, kein Ausatmen vor der Inhalation, fehlendes Luftanhalten danach oder ein falsch vorbereitetes Gerät. Bringen Sie Ihren Inhalator mit, und wir üben die Anwendung gemeinsam mit Ihnen.
Nach dem Krankenhaus
Ein besonders wichtiger Moment ist die Entlassung aus dem Krankenhaus. Dort wird die Medikation häufig umgestellt: Präparate werden durch andere mit demselben Wirkstoff ersetzt, Dosierungen verändert, neue Mittel kommen hinzu, alte fallen weg. Zu Hause liegen dann womöglich die alten und die neuen Packungen nebeneinander. Bringen Sie den Entlassbrief und Ihre bisherigen Medikamente mit zu uns – wir helfen Ihnen, Alt und Neu zu sortieren, damit nichts doppelt oder gar nicht eingenommen wird.
Vereinbaren Sie einen Termin
Für eine Medikationsberatung nehmen wir uns Zeit – deshalb vereinbaren Sie am besten einen Termin in der Apotheke am Sterndamm 31 oder unter 030 46998899. Für den Alltag zwischen den Terminen empfehlen wir Ihnen unsere Kundenkarte, mit der wir bei jedem neuen Medikament automatisch prüfen können, ob es zu Ihrer übrigen Medikation passt.
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