Mikronährstoffberatung
Kleine Mengen, große Wirkung
Mikronährstoffe sind Stoffe, die unser Körper nur in kleinen Mengen braucht, ohne die er aber nicht funktioniert: Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente. Sie sind an unzähligen Vorgängen beteiligt – vom Aufbau der Knochen über die Blutbildung und die Funktion des Nervensystems bis zur Abwehr von Infekten. Den meisten Menschen, die sich ausgewogen ernähren, liefert die Nahrung alles, was sie brauchen. Es gibt aber Lebensphasen, Ernährungsweisen, Erkrankungen und Medikamente, bei denen die Versorgung knapp werden kann. Genau hier setzt unsere Mikronährstoffberatung an: Wir helfen Ihnen herauszufinden, ob bei Ihnen eine Ergänzung sinnvoll ist – und ebenso, wann Sie sich das Geld sparen können.
Wann eine Ergänzung sinnvoll sein kann
- Kinderwunsch und Schwangerschaft: Frauen, die schwanger werden möchten, wird empfohlen, bereits vor der Schwangerschaft und in den ersten Schwangerschaftswochen zusätzlich Folsäure einzunehmen, um das Risiko für Fehlbildungen des Neuralrohrs zu senken. Auch Jod wird in Schwangerschaft und Stillzeit häufig ergänzt; bei Schilddrüsenerkrankungen sollte das vorher ärztlich abgestimmt werden.
- Vegane Ernährung: Vitamin B12 kommt in nennenswerten Mengen nur in tierischen Lebensmitteln vor. Wer sich vegan ernährt, sollte es deshalb dauerhaft ergänzen. Auch Jod, Calcium, Eisen und Zink verdienen bei rein pflanzlicher Ernährung Aufmerksamkeit.
- Vitamin D: Unser Körper bildet Vitamin D vor allem mit Hilfe von Sonnenlicht auf der Haut. In den Wintermonaten reicht die Sonne in unseren Breiten dafür kaum aus. Bei Menschen, die selten im Freien sind, bei älteren Menschen und bei sehr dunkler Haut kann eine Ergänzung sinnvoll sein.
- Im Alter: Mit den Jahren kann die Aufnahme einiger Nährstoffe aus der Nahrung abnehmen, etwa die von Vitamin B12. Gleichzeitig essen viele ältere Menschen weniger.
- Bei einem nachgewiesenen Mangel: Ein Eisenmangel zum Beispiel sollte ärztlich festgestellt und behandelt werden. Eisen auf Verdacht einzunehmen ist keine gute Idee, denn zu viel Eisen schadet.
Wenn Medikamente den Bedarf verändern
Ein Thema, das in der Apotheke besonders gut aufgehoben ist: Einige Arzneimittel können bei langfristiger Einnahme die Aufnahme oder den Haushalt bestimmter Mikronährstoffe beeinflussen. Beispiele sind:
- Metformin, ein häufig eingesetztes Diabetesmedikament, das bei langer Anwendung mit niedrigeren Vitamin-B12-Spiegeln in Verbindung gebracht wird,
- Magensäureblocker vom Typ der Protonenpumpenhemmer, die bei langfristiger Einnahme die Aufnahme von Vitamin B12 und den Magnesiumhaushalt beeinflussen können,
- bestimmte entwässernde Medikamente, die den Haushalt von Mineralstoffen wie Kalium und Magnesium verändern können,
- einige Mittel gegen Epilepsie, die den Vitamin-D- und Folsäurestoffwechsel beeinflussen können.
Das heißt nicht, dass jeder, der eines dieser Medikamente einnimmt, automatisch Nahrungsergänzungsmittel braucht. Verordnete Medikamente dürfen keinesfalls eigenmächtig abgesetzt werden. Ob ein Ausgleich sinnvoll ist, lässt sich am besten gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt klären, gegebenenfalls anhand von Laborwerten. Wir sehen uns Ihre Medikation an und sagen Ihnen, worauf Sie achten sollten.
Zu viel des Guten
Mehr hilft nicht immer mehr. Fettlösliche Vitamine wie Vitamin A und Vitamin D werden im Körper gespeichert und können sich bei dauerhaft hoher Zufuhr anreichern. Hoch dosiertes Vitamin A ist in der Schwangerschaft sogar gefährlich für das ungeborene Kind. Auch bei Mineralstoffen und Spurenelementen wie Eisen, Zink oder Selen kann eine dauerhafte Überdosierung schaden. Wer mehrere Präparate gleichzeitig einnimmt – etwa ein Multivitaminpräparat, ein Mittel für Haut, Haare und Nägel und zusätzlich angereicherte Lebensmittel –, kommt schnell auf Mengen, die er gar nicht beabsichtigt hat. Wir rechnen gern mit Ihnen nach.
Außerdem können Mikronährstoffe ihrerseits mit Arzneimitteln in Wechselwirkung treten. Calcium, Magnesium und Eisen etwa können die Aufnahme bestimmter Antibiotika und von Schilddrüsenhormonen hemmen, wenn sie gleichzeitig eingenommen werden. Oft genügt es, die Einnahme zeitlich zu trennen – wie viel Abstand nötig ist, sagen wir Ihnen gern.
Nahrungsergänzungsmittel sind keine Arzneimittel
Die meisten Vitamin- und Mineralstoffpräparate sind rechtlich gesehen Lebensmittel. Anders als Arzneimittel müssen sie vor dem Verkauf kein Zulassungsverfahren durchlaufen, in dem ihre Wirksamkeit belegt wird. Welche gesundheitsbezogenen Aussagen auf der Packung stehen dürfen, ist streng geregelt. Wenn Sie in Prospekten oder im Internet auf Versprechen stoßen, die zu schön klingen, um wahr zu sein, fragen Sie uns. Wir helfen Ihnen, Qualität und Werbebotschaften einzuordnen.
So beraten wir Sie
In einem persönlichen Gespräch fragen wir nach Ihrer Ernährung, Ihren Lebensumständen, Ihren Beschwerden und den Medikamenten, die Sie einnehmen. Falls vorhanden, bringen Sie gern aktuelle Laborwerte mit. Danach besprechen wir, ob eine Ergänzung für Sie sinnvoll ist, welches Präparat in welcher Dosierung infrage kommt und wie lange Sie es einnehmen sollten. Produkte finden Sie auch in unserer Kategorie Nahrungsergänzung & Vitalität. Für eine ausführliche Beratung vereinbaren Sie am besten einen Termin – in der Apotheke am Sterndamm 31 oder telefonisch unter 030 46998899. Passend dazu: unsere Ernährungsberatung und unser Medikationsmanagement.
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