Kompressionstherapie
Gesunde Venen, leichte Beine
Medizinische Kompressionsstrümpfe unterstützen die Venen bei ihrer Arbeit. Damit sie wirken, müssen sie genau passen: Wir messen Sie aus, zeigen Ihnen das Anziehen und beraten Sie zur Pflege.
Warum Kompression hilft
Die Venen haben eine anspruchsvolle Aufgabe: Sie transportieren das Blut aus den Beinen gegen die Schwerkraft zurück zum Herzen. Dabei helfen ihnen Venenklappen, die wie Ventile einen Rückfluss verhindern, und die Wadenmuskulatur, die bei jeder Bewegung wie eine Pumpe auf die Venen drückt. Leiern die Venen aus oder schließen die Klappen nicht mehr richtig, versackt das Blut in den Beinen. Die Folgen sind schwere, müde und geschwollene Beine, Besenreiser, Krampfadern und auf Dauer Hautveränderungen bis hin zu schlecht heilenden Wunden. Medizinische Kompressionsstrümpfe üben einen definierten Druck von außen aus, der am Knöchel am höchsten ist und nach oben abnimmt. Dadurch werden die Venen verengt, die Klappen schließen wieder besser, und das Blut fließt schneller zum Herzen zurück.
Wann Kompressionsstrümpfe verordnet werden
- bei Krampfadern und anderen chronischen Venenerkrankungen,
- bei Wassereinlagerungen in den Beinen,
- nach einer Thrombose und zur Vorbeugung erneuter Thrombosen,
- in der Schwangerschaft, wenn die Venen stark belastet sind,
- bei Lymph- und Lipödemen, hier meist mit speziellen flachgestrickten Strümpfen,
- nach Venenoperationen und Verödungen.
Die Kompressionsklassen
Medizinische Kompressionsstrümpfe werden in vier Kompressionsklassen eingeteilt, die den Druck am Knöchel angeben. Klasse 1 übt einen leichten Druck von etwa 18 bis 21 mmHg aus, Klasse 2 einen mittleren von etwa 23 bis 32 mmHg, Klasse 3 einen kräftigen von etwa 34 bis 46 mmHg und Klasse 4 einen sehr kräftigen von 49 mmHg und mehr. Welche Klasse und welche Länge, etwa Wadenstrumpf, Schenkelstrumpf oder Strumpfhose, Sie brauchen, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest. Rundgestrickte Strümpfe sind dünn und unauffällig und werden meist bei Venenleiden eingesetzt; flachgestrickte Strümpfe haben eine Naht, sind fester und eignen sich besonders bei Ödemen.
Genau angemessen
Ein Kompressionsstrumpf wirkt nur, wenn er exakt passt. Deshalb messen wir Ihre Beine an mehreren festgelegten Stellen aus, am besten morgens, wenn die Beine noch nicht geschwollen sind. Kommen Sie dazu möglichst bald nach dem Aufstehen zu uns. Passen die Maße nicht in eine Seriengröße, wird ein Strumpf nach Maß angefertigt. Bringen Sie Ihr Rezept mit; nach ärztlicher Verordnung übernimmt die Krankenkasse die Kosten abzüglich der gesetzlichen Zuzahlung.
Anziehen leicht gemacht
Kompressionsstrümpfe werden morgens direkt nach dem Aufstehen angezogen, bevor die Beine anschwellen. Das Anziehen erfordert anfangs etwas Übung:
- Ziehen Sie gummierte Anziehhandschuhe an. Sie schonen das Gewebe, verhindern Laufmaschen durch Fingernägel und Ringe und verbessern den Griff.
- Stülpen Sie den Strumpf bis zur Ferse auf links, schlüpfen Sie mit dem Fuß hinein und ziehen Sie den Fersenteil genau über die Ferse.
- Streifen Sie den Strumpf nun Stück für Stück nach oben, ohne ihn am oberen Rand zu zerren, und verteilen Sie das Gewebe faltenfrei.
Wer sich schlecht bücken kann, etwa wegen Rückenproblemen oder Übergewicht, profitiert von einer Anziehhilfe, über die der Strumpf vorgespannt wird. Wir zeigen Ihnen gern verschiedene Modelle; auch sie können ärztlich verordnet werden.
Richtig pflegen
Waschen Sie Ihre Kompressionsstrümpfe am besten nach jedem Tragen, von Hand oder im Schonwaschgang bei 40 Grad mit einem Feinwaschmittel ohne Weichspüler. Durch das Waschen ziehen sich die Fasern wieder zusammen, und der Strumpf behält seine Wirkung. Trocknen Sie die Strümpfe an der Luft, nicht auf der Heizung oder in der Sonne. Cremes und Salben sollten Sie abends auftragen, nachdem Sie die Strümpfe ausgezogen haben, da manche Inhaltsstoffe das Material angreifen können. Nach etwa einem halben Jahr täglichen Tragens lässt die Kompression nach; dann ist ein neuer Strumpf fällig.
Auf Reisen
Langes Sitzen im Flugzeug, im Bus oder im Auto begünstigt die Entstehung von Blutgerinnseln in den Beinvenen. Besonders gefährdet sind Menschen, die bereits eine Thrombose hatten, Schwangere, Menschen mit Übergewicht oder einer Krebserkrankung, Menschen nach Operationen sowie Frauen, die hormonell verhüten. Reisestrümpfe mit leichter Kompression, regelmäßiges Aufstehen, Fußkreisen und ausreichendes Trinken beugen vor. Ob bei Ihnen zusätzlich eine Spritze zur Thromboseprophylaxe nötig ist, klären Sie vor der Reise ärztlich.
Wann Kompression nicht geeignet ist
Bei fortgeschrittenen Durchblutungsstörungen der Beinarterien, einer schweren Herzschwäche, bestimmten Hauterkrankungen oder Empfindungsstörungen an den Beinen, etwa bei Diabetes, dürfen Kompressionsstrümpfe nur nach sorgfältiger ärztlicher Prüfung oder gar nicht getragen werden. Schmerzen, Taubheitsgefühle, Verfärbungen der Zehen oder Druckstellen unter dem Strumpf sind ein Grund, ihn auszuziehen und die Versorgung überprüfen zu lassen.
Warnzeichen einer Thrombose
Ein plötzlich geschwollenes, warmes, gerötetes oder bläulich verfärbtes und schmerzendes Bein, besonders wenn nur eine Seite betroffen ist, kann auf eine Thrombose hinweisen und muss noch am selben Tag ärztlich abgeklärt werden. Kommen Atemnot, Brustschmerzen oder Herzrasen hinzu, wählen Sie sofort den Notruf 112, denn dann besteht der Verdacht auf eine Lungenembolie.
Bewegung für die Venen
Für gesunde Venen gilt die einfache Regel: lieber laufen und liegen als sitzen und stehen. Gehen, Radfahren, Schwimmen und Treppensteigen aktivieren die Wadenmuskelpumpe. Wippen Sie zwischendurch auf die Zehenspitzen und zurück, kreisen Sie die Füße, legen Sie die Beine abends hoch und duschen Sie sie zum Abschluss kalt ab.
Leistungen in unserer Apotheke
Sie haben Fragen oder wollen einen Termin mit uns vereinbaren?
Schreiben Sie uns oder rufen Sie uns direkt an, wir freuen uns auf Sie!