Kosmetik & Pflege
Inhaltsstoffe verstehen, richtig pflegen
Hyaluron, Urea, Retinol, Niacinamid: Auf Pflegeprodukten stehen viele Begriffe. Wir erklären, was hinter den wichtigsten Inhaltsstoffen steckt, und helfen Ihnen in unserer kosmetischen Hautberatung, die passende Pflege zu finden.
Die wichtigsten Inhaltsstoffe kurz erklärt
- Hyaluronsäure kommt natürlicherweise in der Haut vor und kann große Mengen Wasser binden. In Cremes und Seren spendet sie Feuchtigkeit und lässt die Haut praller wirken.
- Urea, also Harnstoff, ist ein natürlicher Feuchthaltefaktor der Haut. In niedrigen Konzentrationen um fünf Prozent bindet er Feuchtigkeit, in höheren Konzentrationen löst er zusätzlich Schuppen und Hornhaut. Er ist ein Klassiker bei sehr trockener Haut, kann auf entzündeter Haut aber brennen.
- Glycerin ist ein bewährter Feuchthaltestoff, der in sehr vielen Pflegeprodukten steckt.
- Ceramide sind Fette, die wie Mörtel zwischen den Hornzellen die Hautbarriere abdichten. Sie sind besonders bei trockener und zu Neurodermitis neigender Haut hilfreich.
- Niacinamid, eine Form von Vitamin B3, gilt als gut verträglich, stärkt die Hautbarriere und wird bei unreiner Haut und Pigmentflecken eingesetzt.
- Retinol ist ein Abkömmling von Vitamin A und wird gegen Fältchen und unreine Haut verwendet. Es kann anfangs reizen und macht die Haut lichtempfindlicher; beginnen Sie mit niedrigen Konzentrationen am Abend und verwenden Sie tagsüber einen guten Sonnenschutz. In der Schwangerschaft und Stillzeit sollten Sie darauf verzichten.
- Vitamin C wirkt antioxidativ und kann den Teint ebenmäßiger machen. Es ist empfindlich gegenüber Licht und Luft.
- Fruchtsäuren wie Glykolsäure oder Milchsäure und die Salicylsäure lösen abgestorbene Hautschüppchen. Salicylsäure dringt in die Poren ein und eignet sich besonders bei Mitessern. Auch hier gilt: Sonnenschutz nicht vergessen.
- Panthenol, ein Provitamin, beruhigt und pflegt gereizte, strapazierte Haut.
- Zinkoxid wirkt mild austrocknend und schützend, etwa in Wundschutzcremes, und wird in mineralischen Sonnenschutzmitteln als UV-Filter eingesetzt.
Die Inhaltsstoffliste lesen
Auf jeder Kosmetikverpackung stehen die Inhaltsstoffe in einer international einheitlichen Liste, der INCI-Liste. Die Bestandteile sind nach ihrem Mengenanteil sortiert, der größte zuerst; Stoffe unter einem Prozent dürfen in beliebiger Reihenfolge am Ende stehen. Steht Wasser, also Aqua, an erster Stelle, ist das ganz normal. Duftstoffe werden oft als Parfum zusammengefasst, bestimmte allergieauslösende Duftstoffe müssen aber einzeln genannt werden. Wer auf einen Stoff allergisch reagiert, findet ihn so auf der Packung.
Eine einfache Pflegeroutine
Eine gute Pflege muss nicht kompliziert sein. Morgens reinigen Sie das Gesicht mild, tragen eine Feuchtigkeitspflege passend zu Ihrem Hauttyp auf und schützen die Haut mit einem Sonnenschutz. Abends entfernen Sie Make-up und Sonnenschutz gründlich und verwenden eine Pflege, die gern etwas reichhaltiger sein darf; hier ist auch der richtige Zeitpunkt für Wirkstoffe wie Retinol. Führen Sie neue Produkte nacheinander ein, damit Sie bei einer Reaktion wissen, woran es liegt. Weniger ist bei empfindlicher Haut oft mehr.
Pflege in verschiedenen Lebensphasen
In der Pubertät produziert die Haut durch hormonelle Veränderungen mehr Talg, und Pickel und Mitesser treten auf. Milde Reinigung, leichte, nicht komedogene Pflege und Geduld sind jetzt wichtiger als aggressive Mittel. In der Schwangerschaft wird die Haut oft empfindlicher, und manche Frauen bekommen Pigmentflecken; konsequenter Sonnenschutz beugt vor, und bei Wirkstoffen wie Retinol ist Zurückhaltung geboten. Mit den Jahren wird die Haut dünner und trockener, weil sie weniger Fett und Feuchtigkeit bildet. Reichhaltigere Cremes, Wirkstoffe, die die Hautbarriere stärken, und ein täglicher Lichtschutz sind dann die Basis.
Sonnenschutzfilter
Sonnenschutzmittel enthalten chemische oder mineralische Filter oder eine Kombination aus beiden. Chemische Filter wandeln die UV-Strahlung in der Haut in Wärme um, mineralische Filter wie Zinkoxid oder Titandioxid reflektieren und streuen sie auf der Hautoberfläche. Mineralische Filter gelten als besonders gut verträglich und eignen sich für empfindliche Haut und für Kinder, können aber einen leichten weißen Film hinterlassen. Entscheidend für den Schutz sind ein ausreichender Lichtschutzfaktor, ein guter UVA-Schutz und eine großzügige Menge.
Abschminken nicht vergessen
Make-up, Sonnenschutz und der Schmutz des Tages sollten abends gründlich entfernt werden, damit die Poren nicht verstopfen. Für wasserfestes Make-up eignen sich ölhaltige Reiniger oder Mizellenwasser; reiben Sie dabei besonders im empfindlichen Augenbereich nicht zu stark.
Erst testen, dann pflegen
Wer zu Allergien oder Reizungen neigt, testet ein neues Produkt vor der ersten Anwendung im Gesicht einige Tage lang an einer kleinen Stelle, zum Beispiel in der Armbeuge oder hinter dem Ohr. Rötet sich die Haut, juckt oder brennt sie, verzichten Sie auf das Produkt. Bei vielen Marken können Sie bei uns Proben erhalten.
Wie lange ist meine Creme haltbar?
Ungeöffnet sind Kosmetika meist lange haltbar. Nach dem Öffnen zeigt ein kleines Symbol eines geöffneten Tiegels mit einer Monatsangabe, etwa zwölf Monate, wie lange das Produkt verwendet werden sollte. Tiegel sind hygienisch ungünstiger als Tuben oder Pumpspender; entnehmen Sie die Creme am besten mit einem sauberen Spatel. Riecht oder verfärbt sich ein Produkt, gehört es in den Müll.
Was die Haut von innen braucht
Auch Ernährung und Lebensweise zeigen sich an der Haut. Ausreichend Schlaf, genug trinken, viel Obst und Gemüse, der Verzicht auf das Rauchen und ein konsequenter Sonnenschutz tragen mehr zu einem frischen Hautbild bei als jede Creme allein. Bei hartnäckigen Hautproblemen wie starker Akne, Rötungen, die nicht verschwinden, oder einem Muttermal, das sich verändert, gehen Sie in eine Hautarztpraxis.
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