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Homöopathie

Homöopathie

Naturheilkunde mit Sachverstand

Viele Menschen setzen bei leichten Beschwerden auf sanfte Methoden. Wir beraten Sie zu Homöopathie, Schüßler-Salzen und Pflanzenheilkunde und sagen Ihnen offen, wo die Selbstbehandlung an ihre Grenzen stößt.

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Viele Wege unter einem Dach

Unter dem Begriff Naturheilkunde werden sehr unterschiedliche Verfahren zusammengefasst, die oft verwechselt werden. Gemeinsam ist ihnen der Wunsch, mit natürlichen Ausgangsstoffen zu behandeln, doch ihre Grundlagen unterscheiden sich erheblich. In der Apotheke begegnen uns vor allem fünf Richtungen: die Pflanzenheilkunde, die Homöopathie, die anthroposophische Medizin, die Biochemie nach Schüßler und die Bachblüten. Hier erfahren Sie, was dahintersteckt.

Pflanzenheilkunde: Wirkstoffe aus der Natur

Die Pflanzenheilkunde, auch Phytotherapie genannt, nutzt Pflanzen oder Pflanzenteile, ihre Extrakte, Säfte oder ätherischen Öle in wirksamen Mengen. Bekannte Beispiele sind Efeublätter-Extrakt bei Husten, Baldrian bei Unruhe und Schlafstörungen oder Pfefferminzöl bei Verdauungsbeschwerden. Pflanzliche Arzneimittel sind nach denselben Maßstäben zugelassen wie andere Arzneimittel, oder sie sind als traditionelle pflanzliche Arzneimittel registriert. Dann steht auf der Packung, dass sich die Anwendung ausschließlich auf langjährige Erfahrung stützt.

Homöopathie: Ähnliches mit Ähnlichem

Die Homöopathie nach Samuel Hahnemann verwendet Ausgangsstoffe aus Pflanzen, Mineralien oder dem Tierreich, die nach festgelegten Regeln des Homöopathischen Arzneibuchs schrittweise verdünnt und verschüttelt werden. Ein Mittel wird nach dem Prinzip ausgewählt, dass ein Stoff, der bei Gesunden bestimmte Symptome hervorruft, ähnliche Symptome bei Kranken lindern soll. Eine Wirkung, die über einen Placeboeffekt hinausgeht, ist wissenschaftlich nicht belegt. Für viele Menschen gehören homöopathische Mittel dennoch zur Hausapotheke, besonders bei leichten Alltagsbeschwerden.

Anthroposophische Medizin

Die anthroposophische Medizin geht auf Rudolf Steiner und die Ärztin Ita Wegman zurück und versteht sich als Erweiterung der Schulmedizin. Ihre Arzneimittel werden aus Pflanzen, Mineralien und Metallen nach eigenen pharmazeutischen Verfahren hergestellt, teils potenziert, teils in stofflichen Mengen. Sie werden häufig von anthroposophisch ausgebildeten Ärztinnen und Ärzten verordnet.

Schüßler-Salze

Der Oldenburger Arzt Wilhelm Heinrich Schüßler entwickelte im 19. Jahrhundert ein Verfahren mit zwölf Mineralsalzen, die er für den Stoffwechsel als wesentlich ansah. Die Salze werden homöopathisch potenziert, meist in D6 oder D12, und als Tabletten im Mund zergehen gelassen. Sie enthalten in der Regel Milchzucker, was bei einer Unverträglichkeit zu beachten ist.

Bachblüten

Die Bachblüten gehen auf den britischen Arzt Edward Bach zurück, der 38 Blütenessenzen bestimmten Gemütszuständen zuordnete. Die Essenzen werden meist mit Alkohol haltbar gemacht und als Tropfen oder Globuli angeboten. Sie werden vor allem bei seelischen Belastungen angewendet. Eine Wirkung ist wissenschaftlich nicht nachgewiesen; bei anhaltenden seelischen Beschwerden sollten Sie sich ärztlich oder psychotherapeutisch beraten lassen.

Pflanzlich heißt nicht harmlos

Gerade wirksame Pflanzenpräparate können Nebenwirkungen und Wechselwirkungen haben. Johanniskraut zum Beispiel kann die Wirkung der Antibabypille, von Gerinnungshemmern und von zahlreichen weiteren Medikamenten abschwächen. Menschen mit einer Allergie gegen Korbblütler wie Kamille, Arnika oder Ringelblume können auch auf Präparate mit diesen Pflanzen reagieren. In der Schwangerschaft und Stillzeit sind manche Pflanzen ungeeignet. Sagen Sie uns deshalb, welche Naturheilmittel Sie anwenden, damit wir sie in Ihren Medikationsplan aufnehmen können.

So läuft eine Beratung bei uns ab

Wenn Sie uns nach einem homöopathischen Mittel fragen, möchten wir zunächst genau wissen, worum es geht: Welche Beschwerden haben Sie, seit wann, was macht sie besser oder schlechter, und wer soll das Mittel anwenden? Wir fragen auch nach Ihren übrigen Medikamenten und nach Vorerkrankungen. Danach schlagen wir Ihnen ein passendes Einzel- oder Komplexmittel vor, erklären Ihnen Potenz, Dosierung und Anwendungsdauer und sagen Ihnen, nach welcher Zeit Sie ärztlichen Rat einholen sollten, wenn keine Besserung eintritt. Für eine ausführliche Beratung nehmen wir uns gern Zeit; vereinbaren Sie dafür am besten einen Termin.

Richtig aufbewahren

Bewahren Sie Globuli, Tabletten und Tropfen trocken, vor Hitze und direkter Sonne geschützt und für Kinder unerreichbar auf. Tropfen mit Alkohol sind nach dem Öffnen meist lange haltbar; beachten Sie die Angaben auf der Packung.

Qualität aus der Apotheke

Homöopathische, anthroposophische und pflanzliche Arzneimittel unterliegen in Deutschland dem Arzneimittelgesetz und werden in festgelegter pharmazeutischer Qualität hergestellt. Bei Produkten aus unklaren Quellen im Internet ist das nicht immer gewährleistet. Viele Einzelmittel in unterschiedlichen Potenzen und Darreichungsformen bestellen wir für Sie in der Regel kurzfristig.

Sanft, aber mit Augenmaß

Naturheilkundliche Mittel können bei leichten, vorübergehenden Beschwerden eine Möglichkeit sein. Sie ersetzen aber nicht die Diagnose und Behandlung ernsthafter Erkrankungen. Bei hohem Fieber, starken Schmerzen, Atemnot, anhaltenden Beschwerden, bei Säuglingen und Schwangeren sowie bei chronischen Erkrankungen gehört die Behandlung in ärztliche Hände. Setzen Sie verordnete Medikamente niemals eigenmächtig zugunsten von Naturheilmitteln ab.

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