Mutter-Kind
Gut begleitet durch das erste Jahr
Die Zeit rund um die Geburt bringt viele neue Fragen mit sich. Wir begleiten werdende und junge Eltern mit Rat, passenden Produkten und offenen Ohren, von der Kliniktasche bis zum ersten Zahn.
Die Kliniktasche
Packen Sie Ihre Tasche für die Geburt am besten einige Wochen vor dem errechneten Termin. Neben Mutterpass, Versichertenkarte und bequemer Kleidung gehören einige Dinge aus der Apotheke hinein: Stilleinlagen, eine Brustwarzensalbe, große Binden für das Wochenbett, Netzunterhosen, ein Lippenpflegestift und gegebenenfalls Ihre regelmäßigen Medikamente. Für das Baby brauchen Sie für die Heimfahrt eine passende Babyschale im Auto, wettergerechte Kleidung, eine Mütze und eine Decke. Wir stellen Ihnen gern eine Checkliste zusammen.
Das Wochenbett
Die ersten Wochen nach der Geburt sind eine Zeit der Erholung und des Kennenlernens. Der Körper braucht Zeit, um sich zurückzubilden; der Wochenfluss kann mehrere Wochen andauern. Gesetzlich versicherte Frauen haben Anspruch auf Betreuung durch eine Hebamme, auch zu Hause. Gönnen Sie sich Ruhe, nehmen Sie Hilfe an und achten Sie auf ausreichendes Essen und Trinken. Später hilft eine Rückbildungsgymnastik, den Beckenboden wieder zu kräftigen.
Viele Mütter erleben in den ersten Tagen nach der Geburt eine Phase mit Stimmungsschwankungen und Weinerlichkeit, den sogenannten Baby-Blues, der meist nach wenigen Tagen vorübergeht. Halten Niedergeschlagenheit, Antriebslosigkeit, Ängste oder Schlafstörungen länger als zwei Wochen an, kann eine Wochenbettdepression dahinterstecken. Sie ist gut behandelbar; sprechen Sie mit Ihrer Hebamme oder Ihrer Ärztin beziehungsweise Ihrem Arzt.
Stillen
Stillen braucht Übung, für Mutter und Kind. Wunde Brustwarzen entstehen oft durch ein falsches Anlegen; lassen Sie sich die Stillpositionen von Ihrer Hebamme oder einer Stillberaterin zeigen. Eine Brustwarzensalbe und Luft an den Brustwarzen unterstützen die Heilung. Bei einem Milchstau helfen häufiges Anlegen, Wärme vor dem Stillen und Kühlen danach. Kommen Fieber, Schüttelfrost und eine gerötete, schmerzhafte Stelle an der Brust hinzu, gehen Sie zur Ärztin oder zum Arzt. Fragen Sie vor der Einnahme jedes Arzneimittels in der Stillzeit nach, ob es geeignet ist.
Sicher schlafen
Mit einigen einfachen Regeln lässt sich das Risiko des plötzlichen Kindstods deutlich senken:
- Legen Sie Ihr Baby zum Schlafen immer auf den Rücken.
- Das Baby schläft am besten im eigenen Bettchen im Schlafzimmer der Eltern.
- Verwenden Sie einen Babyschlafsack statt Decke, Kopfkissen, Nestchen und Kuscheltiere.
- Sorgen Sie für eine rauchfreie Umgebung, in der Schwangerschaft und danach.
- Vermeiden Sie Überwärmung; eine Raumtemperatur von etwa 16 bis 18 Grad ist ideal.
- Stillen wirkt zusätzlich schützend.
Wenn das Baby viel weint
Viele Säuglinge weinen in den ersten Lebensmonaten, besonders am späten Nachmittag und Abend, ohne dass ein Grund erkennbar ist. Oft werden Blähungen vermutet. Tragen, Körperkontakt, eine sanfte Bauchmassage im Uhrzeigersinn und Wärme beruhigen viele Kinder. Lassen Sie Ihr Baby in der Kinderarztpraxis untersuchen, wenn es sehr viel schreit, schlecht trinkt, nicht zunimmt, erbricht oder Fieber hat. Und: Schütteln Sie ein Baby niemals, auch nicht in größter Erschöpfung. Legen Sie es lieber an einen sicheren Ort und holen Sie sich Unterstützung.
Babyhaut pflegen
Der Nabelschnurrest fällt meist in den ersten ein bis zwei Wochen ab. Halten Sie den Nabel bis dahin sauber und trocken und schlagen Sie die Windel unterhalb des Nabels um. Rötet sich die Haut um den Nabel, nässt oder riecht er, zeigen Sie ihn der Hebamme oder in der Kinderarztpraxis. Zum Baden genügen ein- bis zweimal pro Woche klares Wasser von etwa 37 Grad und eine kurze Badezeit. Gegen einen wunden Po helfen häufiges Wickeln, gründliches, aber sanftes Reinigen mit Wasser, Luft an der Haut und eine Wundschutzcreme. Gelbliche, fettige Schuppen auf der Kopfhaut, der sogenannte Kopfgneis, lassen sich mit etwas Öl einweichen und vorsichtig lösen.
Essen und Trinken im ersten Jahr
Muttermilch oder eine Säuglingsmilch ist in den ersten Monaten die einzige Nahrung, die Ihr Baby braucht. Mit der Beikost beginnen Eltern meist frühestens mit dem Beginn des fünften und spätestens mit dem Beginn des siebten Lebensmonats, zuerst mit einem Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei. Honig darf im ersten Lebensjahr nicht gegeben werden, auch nicht zum Süßen. Kuhmilch als Getränk ist erst gegen Ende des ersten Lebensjahres geeignet.
Die ersten Zähne
Meist zwischen dem vierten und zehnten Lebensmonat bricht der erste Milchzahn durch. Viele Kinder sind dann unruhig, sabbern viel und wollen auf allem herumkauen. Gekühlte, nicht gefrorene Beißringe verschaffen Erleichterung. Ab dem ersten Zahn wird geputzt, mit einer weichen Kinderzahnbürste und einer kleinen Menge fluoridhaltiger Kinderzahnpasta; was für Ihr Kind gilt, bespricht die Kinderarztpraxis mit Ihnen. Hohes Fieber oder Durchfall sind keine typischen Zahnungsbeschwerden und sollten ärztlich abgeklärt werden.
Vorsorge und Impfungen
Die Vorsorgeuntersuchungen U1 bis U9 begleiten die Entwicklung Ihres Kindes von der Geburt bis ins Vorschulalter. Nehmen Sie alle Termine wahr und bringen Sie das gelbe Kinderuntersuchungsheft sowie den Impfpass mit. Die ersten Impfungen empfiehlt die Ständige Impfkommission bereits in den ersten Lebensmonaten. Säuglinge erhalten im ersten Lebensjahr außerdem in der Regel Vitamin D zur Vorbeugung.
Sonne und Wärme
Babys im ersten Lebensjahr gehören nicht in die direkte Sonne. Schatten, ein Sonnenhut mit Nackenschutz und luftige, lange Kleidung sind der beste Schutz. Achten Sie im Sommer darauf, dass Ihr Kind ausreichend trinkt, und lassen Sie es niemals im geparkten Auto.
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